30.04.2018

Fallstudie Italien

Einer unserer internationalen Großkunden ist ein weltweit tätiger Nahrungsmittelproduzent mit Sitz in Italien. Über ein Konstrukt von Tochtergesellschaften in den meisten europäischen Ländern tätig, ist er unter anderem in Frankreich, Spanien, Italien, Belgien und den Niederlanden zur Lizenzierung von Verpackungen verpflichtet.

Die dualen Systeme dieser Länder, momentan alle monopolistisch organisiert, gehören im europäischen Kontext der Lizenzierung, Registrierung und Mengenmeldung zu den komplexesten. Das Wissen um Fraktionen, die Zuordnung von Produktgruppen, die Anwendung von Größenkriterien oder die Anmeldung einer Exportbefreiung sind Sachverhalte, welche weit über die herkömmliche Mengenmeldung hinausgehen und von unserem Kunden gern in den Händen eines Experten gesehen werden: nämlich Interseroh.

Seit bereits fünf Jahren vertraut dieser Kunde unserem kompletten Outsourcing-Service: Interseroh verwaltet alle Lizenzierungs- und Deklarationsaktivitäten in fünf europäischen Ländern. Der Kunde übermittelt Interseroh lediglich Produkt- und Verkaufsdaten. Wir vergleichen nationale Lizenzsysteme, helfen bei Bedarf bei der Entscheidung für einen Partner und übernehmen die Registrierung des Kunden. Es folgen die Kategorisierung der Produktdaten und Überführung in das geforderte Format, die regelmäßige, pünktliche Mengenmeldung, die Verwaltung und Einarbeitung von Systemänderungen, die Überwachung der Abrechnungen und die gesamte anfallende Kommunikation mit den ausländischen Systemen im Namen unseres Kunden.

Mit Hilfe von Interseroh konnte der Kunde in nur einem der Länder innerhalb von zwei Jahren Lizenzgebühren in Höhe von 69.000 € einsparen. Die Quellen solch hohen Einsparungspotentials sind vielfältig: fehlerhafte Materialdeklaration, inkorrekte Kategorisierung von Produktgruppen oder eine lückenhafte Anwendung des Bonussystems können sich schnell zu einer signifikanten Summe aufschaukeln.

Seitdem hat der Kunde seine Partnerschaft mit Interseroh weiter ausgebaut und im Rahmen eines Beratungsprojekts für weitere zwölf europäische Länder einen tiefen Einblick in potenzielle Gefahren- und Einsparungsquellen für Verpackungslizenzen erhalten.

Erkenntnisse, welche wir von vielen unserer Großkunden kennen:

  • Der Überblick fehlt: Bei internationalen Kunden werden Verpackungslizenzen oft zur Ländersache gemacht, wobei sich Rechtsrisiko und Einhaltung der Verpflichtungen leicht den Augen der Zentrale entziehen.
  • Die IT-Struktur ist anfällig: Produkt- und Materialdaten werden häufig über gängige, für manuelle Fehler sowie menschliches Versagen stark anfällige Rechentools aufbereitet, werden so also zu Risikoherden.
  • Es hakt am Fachwissen: Mit Lizenzierungspflichten beauftragten Ländermanagern fehlen manchmal nicht nur die rechtlichen, materialspezifischen oder systemischen Kenntnisse, um die Aufgabe gesetzeskonform auszuführen. Auch eine simple Sprachbarriere kann schon zum Stolperstein werden.

Bemüht, diese Probleme anzugehen, wird unser Kunde ab Januar 2018 eine Testversion von Interserohs europäischer Compliance-Software einsetzen. Die web-basierte Software fordert Produktmanager regelmäßig dazu auf, Verkaufsdaten hochzuladen. Randvoll gefüttert mit Interseroh-Know-How, interpretiert die Software die Daten und kategorisiert sie gemäß den nationalen Anforderungen. Als Output erhält der Kunde einen abgeschlossenen und fertig formatierten Meldebericht, mit welchem die Pflichten der Rücknahmesysteme erfüllt werden. Die Zentrale kann Datenuploads und Compliance-Aktivitäten der Länder über unser robustes Tool nachvollziehen, während die Landesebene von lästigen Rechercheaufgaben befreit ist.

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